Jetzt fängt die Schule schon mit zwei Jahren an
Zweijährige Kinder spielen im Schutzraum

Marburg. Es war eine Gratwanderung für die Freie Schule Marburg: Bereits zweijährige Kinder in der eigenen Kindertagesstätte (Kita) aufzunehmen und damit dem Wunsch von Eltern nachzukommen, die ihre Kinder sonst bis zum dritten Geburtstag woanders betreuen lassen mussten; und andererseits die vielen Möglichkeiten und Freiheiten der älteren Kinder in der Freien Schule Marburg zu erhalten.

Gelungen ist das mit einer eigenen Gruppe für jüngere Kitakinder innerhalb der großen Kita. In einem eigenen Raum können zwei- und dreijährige Kinder spielen und neue Erfahrungen sammeln. Ein Rückzugsraum soll es laut Erzieherin und Motopädin Annette Schelberger-Hutu sein, damit sich die Kinder langsam an den Betrieb in der Kita und in der gesamten Schule gewöhnen können.

Die älteren Kitakinder und auch Schulkinder können den jüngeren Gruppenraum benutzen, wenn sie fragen. „Dabei machen auch die Schulkinder ganz neue Erfahrungen, wenn sie mit den jüngsten Kindern spielen und auf die Bedürfnisse der Kinder achten, die noch nicht gut sprechen können“, erzählt Annette Schelberger-Hutu, die im pädagogischen Team der Kita arbeitet.

Insgesamt arbeiten in der Kita, die bis zu 30 Kinder aufnehmen kann, vier Sozialpädagogen und Erzieher. Im Schulbereich arbeiten sechs weitere pädagogische Fachkräfte, natürlich auch Lehrer.

Im September war die jüngere Kitagruppe mit sieben Kindern gestartet. Von den Zweijährigen sind einige inzwischen drei Jahre alt geworden. „Die Kinder verlassen immer öfter den Gruppenraum und entdecken die anderen Kita-Räume für sich“, sagt Annette Schelberger-Hutu. Im November, nach den Herbstferien, kommen wieder neue Kinder in die Gruppe. Und zum nächsten Aufnahmetermin nach den Weihnachtsferien gibt es bereits Anmeldungen.

Die Gratwanderung ist der Freien Schule Marburg gelungen, weil Eltern und Pädagogen-Team länger als ein Jahr an dem Konzept für die neue Gruppe arbeiteten. Eine Arbeitsgruppe steuerte die Diskussion, Vorschläge und Bedenken von Eltern und Mitarbeitern wurden aufgenommen, bis schließlich eine Mitgliederversammlung des Trägervereins den Start beschloss.

„Eltern bestimmen und gestalten mit und geben nicht einfach nur ihre Kinder ab“, charakterisiert Ali Lehmann das Besondere der Freie-Schule-Kita. Sein Sohn Jonas ist ganz neu in der Kita. Seine Tochter Emilia gehört zur jüngeren Schulgruppe. Die Betreuung sei individuell, jedes Kind werde nach den eigenen Bedürfnissen gefördert.

Ein wichtiges Element in der Freien Schule Marburg sind die täglichen Besprechungen. In ihren Gruppen lernen die Kinder, ihre Position zu erkennen und zu vertreten, anderen Kindern zuzuhören und gemeinsam Regeln zu vereinbaren. Im Schulbereich wird die Besprechung auch von Kindern geleitet. Mit der jüngeren Kitagruppe wird Zweijährigen dieses wichtige Element ebenfalls angeboten - „in einer Kleinkind gerechten Form“, wie Kita-Teamerin Annette Schelberger-Hutu sagt.


Die nächste Möglichkeit, ins Aufnahmeverfahren einzusteigen (auch für Eltern von älteren Kindern oder für Wechsler von anderen Grundschulen) ist am Donnerstag, 4. November, 14 Uhr, beim Besuchertag in der Freien Schule-Marburg, Anne Frank Straße 2, Marburg-Stadtwald.


Ihr Ansprechpartner:
Stefan Diefenbach-Trommer presse (at) freie-schule-marburg.de
Telefon 0 64 21/93 30 50
Fax 0 64 21/93 30 51

Oder:
Hans-Werner Seitz, Geschäftsführer
Telefon : 06421 / 35905


 

Fotos

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Groß und klein: Die jüngeren Kinder können von den älteren Kindern lernen, die älteren Kinder können mit Jüngeren andere Umgangsformen erproben.
Für die Sinne: Ein dunkler Kriechtunnel und  eine schaukelnde Hängemappe regen die Sinne der Kinder in der jüngeren Kitagruppe der Freien Schule Marburg an.
Lesen und lernen: Im Raum der jüngeren Kitagruppe der Freien Schule Marburg finden viele Aktivitäten statt.