Theater vom Blatt und improvisiert – zwei Aufführungen in der Freien Schule Marburg

Gleich zwei Theaterstücke zeigten Kinder der Freien Schule Marburg vor den Osterferien. Die Kinder aus der älteren Schulgruppe (3. bis 6. Klasse) hatten das Stück “Wie die Schildbürger Schildbürger wurden” einstudiert. Einen Tag zuvor zeigten Kinder aller Jahrgänge das Improvisationsstück “Was passiert, wenn zu viele Prinzessinnen in einem Schloss sind”.
Die Schildbürger kennt jeder – ziemlich schlau sind die nicht. Falsch gedacht, denn "Dummheit aber ist die List, dass keiner merkt, wie gescheit man ist". Bevor die Schildbürger für ihre Dummheit bekannt wurden, waren sie berühmt für ihre Schlauheit. Deshalb waren die Männer des Ortes gefragte Ratgeber für den Schah von Persien, den Kalif von Bagdad und den Kaiser von China.
Das aber passte den Frauen nicht. Denn sie waren das ganze Jahr allein zuhause. Nur kurz kamen die Männer vorbei, und dann waren sie vor allem mit Feiern in der Gastwirtschaft beschäftigt.
Darum überredeten sie ihre Männer – mal mit Güte, mal mit Härte und Stränge –, daheim zu bleiben. “Du weißt doch, wie notwendig mich der Kaiser von China braucht”, jammert Hans (alias Clara) erst. Doch beim Stammtisch bringen die Frauen die Männer auf die kluge List: “Es gibt nur den einen Ausweg, dass ihr euch dumm stellt, dann wird man euch in Ruhe lassen”, schlägt Heinrike (Elena) vor.
Sechs Wochen lang hatten sich die 13 Kinder der älteren Schulgruppe mit ihrem Lehrer Dieter Rahn ins Zeug gelegt, 14 Seiten Text auswendig gelernt, Verkleidungen zusammen gesucht und vor allem geprobt, geprobt, geprobt. Vor den Osterferien, bei der Aufführung vor Eltern, Kita-Kindern und Mitschülern, gab es viel Applaus.
Viel Applaus gab es auch einen Tag vorher für die zehn Kinder, die am Nachmittags-Angebot Improvisationstheater teilgenommen hatten. “Was passiert, wenn zu viele Prinzessinnen in einem Schloss sind” zeigten die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Kinder hatten sich jeden zweiten Dienstagnachmittag neue Ideen ausgedacht, was sie spielen wollten, erzählt Maren Schlimmermann. Sie hat zwei Kinder in der Kita und zwei im Schulbereich.
Einige Kinder hatten Prinzessinnen gespielt, als das Theater-Angebot begann. Da haben sie ihr Spiel einfach weitergespielt – als Theaterstück. Vier Prinzessinnen, ein Hauself, drei Zwerge, eine Ratte und ein weiterer Elf agierten auf der Bühne im grob gezimmerten Handlungsrahmen. Die Dialoge waren nicht festgelegt. Und so konnte es auch passieren, dass sich plötzlich Kinder aus dem Publikum auf den Goldschatz stürzen.

Ihr Ansprechpartner:
Stefan Diefenbach-Trommer presse (at) freie-schule-marburg.de
Telefon 0 64 21/34 03 71
Fax 01 21 25/10 26 78 40

Oder:
Hans-Werner Seitz, Geschäftsführer
Telefon : 06421 / 35905


 
Fotos
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Wie die Schildbürger Schildbürger wurden: Grete (Ciara, rechts) bittet ihren Mann Hans (Clara), in Schilda zu bleiben.

Wie die Schildbürger Schildbürger wurden: Die Männer aus Schilda besprechen beim Stammtisch, wie sie den Ort bald wieder verlassen können.

Improvisationstheater "Was passiert, wenn zu viele Prinzessinnen in einem Schloss sind": Die Prinzessinnen tafeln im Saal ihres Schlosses.

Improvisationstheater "Was passiert, wenn zu viele Prinzessinnen in einem Schloss sind": Die Prinzessinnen Nora, Anschana und Clara (von links) stellen fest, dass in der Nacht der Goldschatz gestohlen wurde.