Schule

Schule

Lernen

 

Lernen von Geburt an

Wir Menschen lernen seit unserer Geburt und sogar schon vorher im Mutterleib. Wir lernen uns zu bewegen, zu krabbeln, zu gehen und zu klettern, wir lernen zu lallen, zu sprechen und zu singen, wir lernen von morgens bis abends, jahrein, jahraus. Lernen bestimmt unser Leben.

In den ersten Lebensjahren lernen wir in einem rasanten Tempo so viele Fähigkeiten und Fertigkeiten wie später nicht mehr. Wir lernen dies freiwillig und ganz nach unserem Rhythmus, in unserem Tempo und in unserer Art. In den ersten Lebensjahren gibt es keine Unterrichtsfächer zum Laufen lernen oder Sprechen lernen. Und dennoch oder gerade deshalb lernen wir es perfekt.

Und dann?

Wenn dann mit sechs Jahren das Thema Schule ansteht, ändert sich in der Regel die Art des Lernens drastisch. Lernen wird in bestimmte Fächer eingeteilt, in bestimmte Zeiten, nach vorgegebenen Mustern und in bestimmte Reihenfolgen. Die Erwachsenen beginnen in das bis dahin vom Kind weitgehend selbstbestimmte Lernen einzugreifen, es nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen, in bestimmte Methoden zu betten und allgemeine Ziele festzulegen.

Aber haben die Kinder nicht bis dahin gezeigt, dass sie selbstverantwortlich und selbständig lernen können?

Lernen an der Freien Schule

Und genau damit können die Kinder an der Freien Schule weitermachen. Sie können selber bestimmen, wann sie was und wie lernen. Dabei erhalten sie Unterstützung von den LehrerInnen/PädagogInnen. So kann z.B. in einer Stunde ein Kind die Zahlen lernen, während ein anderes damit beschäftigt ist, eine Geschichte zu schreiben. Zusätzlich geben unsere LernbegleiterInnen den Kindern Anregungen zum Lernen, durch Angebote, in Projekten oder bei der individuellen Begleitung.

Lernbegleitung bedeutet darüber hinaus auch intensive Beziehungsarbeit mit den Kindern sowie Unterstützung in ihren Gruppenprozessen und Beziehungen untereinander. Nur so lässt sich eine angstfreie und kooperative Lernatmosphäre schaffen.

Eine Gruppe von Kindern beschäftigt sich mit einem Thema und sucht in Büchern oder im Internet nach Informationen. Oftmals stellen sie die Ergebnisse in Form von Ausstellungen oder Theateraufführungen vor.

Wichtig ist in der Freien Schule auch die Zeit, die Kinder zum freien Spiel haben. Hierbei entfalten sie – wie schon in der Vorschulzeit – viele Fähigkeiten und Fertigkeiten: soziales Miteinander, Selbständigkeit, Konflikte lösen, Kreativität, …

In der sechsten Klasse bereiten sich die Kinder dann sehr gezielt auf den Wechsel in die Regelschule vor. In Übergangsgruppen setzen sie sich mit den Anforderungen der weiterführenden Schulen (Tests, Hausaufgaben und Frontalunterricht) auseinander, so dass sie auf den Wechsel gut vorbereitet sind.

Freie Schule Marburg / 2013